Metropolis' first son (the happy prince) - WIP

Es geht an das nächste Projekt. Und nachdem die beiden letzten ja eher im Thrillergenre angesiedelt waren, wird dieses nun mal wieder etwas klassischere Wege einschlagen.

Geplant ist nämlich die Adaption eines Märchens von Oscar Wilde:
»The Happy Prince« - eines meiner ungeschlagenen Lieblingsmärchen, das mich bereits seit Teenagerzeiten begleitet. Tatsächlich habe ich schon vor einigen Jahren (im Anschluss an Buchhaim) mit einem Happy-Prince-Projekt geliebäugelt und mich auch an ein paar Entwürfen versucht. Aber irgendwie fehlte immer noch der gewisse besondere Funke, weshalb das Projekt dann doch wieder für einige Jahre in der Ideen-Sammel-Schublade verschwand.

Mittlerweile ist das Grundkonzept ausgreift: Tatsächlich wird meine Variante eine leicht modernisierte Fassung des Stoffes werden, da ich das Märchen in stilistischer Anlehnung an einen anderen Klassiker umzusetzen gedenke: Dem Kultfilm
»Metropolis« von Fritz Lang. Eine visuelle Vermischung dieser beiden Themen mag auf den ersten Blick irritierend wirken, bietet sich aber absolut an, da beide Vorlagen auf den gleichen Grundthemen fußen: Die Zweiklassengesellschaft, der Bruch zwischen Arm und Reich, die Abgeschirmtheit, mit der die gesellschaftliche Elite in ihrem Elfenbeinturm lebt – blind für das Leid des Fußvolks, und nicht zuletzt der behütete Sohn aus reichem Hause, dem sich langsam die Augen für diesen gesellschaftlichen Bruch öffnen. Ich finde also, dass das Metropolis-Thema sich durchaus anbietet, den Wilde'schen Klassiker in die Moderne zu tragen. Und so werde ich mich einfach mal daran versuchen.

 

Ein kurzer Überblick zum geplanten Aufbau: Geplant ist der Blick in eine Straßenschlucht, in deren Mitte die zentrale Statue des Glücklichen Prinzen und des kleinen Vogels zu sehen ist. Rechts und links streben die Häuser in die Höhe - vorne noch recht klein, in den hinteren Reihen auf Wolkenkratzerhöhe.

 

Einen großen Teil der Wirkung wird wie so oft durch den Einsatz von Licht erzielt werden. Denn tatsächlich werden nur die vorderen Häuserfronten in warmem sonnigen Licht getaucht sein, während die hinteren Reihen in bläulichen Schatten liegen. Der besondere Bruch dabei: Die vorderen Bereiche im Licht sind sauber und gepflegt – alle Fronten und Straßen in den Schatten sind verfallen, schmutzig und zeugen von Armut und Trostlosigkeit. Die zweigesichtige Stadt eben.

 

Für all jene, denen die literarische Vorlage unbekannt ist: Eine recht gute deutsch Übersetzung des Märchens kann man hier nachlesen. Eine schöne Audio-Book-Variante gibt es hier. Und damit auf zum Projektstart!