A madmans tale - work in Progress

Von guten Vorsätzen und kleinen Teufeln

Die Arbeit an »The Madman's Tale« ist für mich vor allem anderen ein fantastisches Beispiel dafür, wie schnell ein guter Vorsatz kolossal nach hinten losgehen kann: Als geplantes Erholungsprojekt zu meinen sonst recht großzügig dimensionierten Modellarbeiten sollte die Umsetzung von Katzenbachs grandios erzähltem Psychiatrie-Thriller ursprünglich nämlich endlich einmal kleiner ausfallen. Ein feines, kleines Miniaturmodell sollte es werden, das dem Grundgedanken von Miniaturen auch in seinen räumlichen Ausmaßen Rechnung trägt. Die Grundidee bot sich perfekt dafür an: Die geplante Ein-Raum-Kammerspiel-Szenerie erforderte eigentlich nicht viel Platz, und ich war fest entschlossen, mich dieses eine Mal am Riemen zu reißen. Ich hätte es besser wissen müssen.

 

Wenn man sich an die Adaption eines Lieblingsromans macht, dann ist es mit Selbstdisziplin nicht weit her. Und so endete die schlussendliche Umsetzung (welch Überraschung!) im genauen Gegenteil - nämlich in dem bislang größten Klotz in meiner Werkstatt.

 

Auf der Suche nach Ursachen lassen sich - von der eigenen mangelnden Selbstdisziplin einmal abgesehen - zwei Hauptschuldige finden:

Einerseits wäre da das für meine Belange geradezu unwiderstehliche Konzept der Romanvorlage. Wenn Zeit-, Wahrnehmungs- und Erzählebenen einer Geschichte verschwimmen, dann ist auch in der visuellen Umsetzung jede Spielerei erlaubt. Schatten und Perspektiven dürfen tun was sie wollen, das Innen kann zum Außen werden und das Vorne zum Hinten. Und plötzlich legt auch das sonst recht erfolgreich disziplinierte kleine Teufelchen auf der Schulter seinen Maulkorb ab und flüstert in einem fort: »Aber man könnte doch noch …?!«. Und natürlich kann man.

 

Vor allem Konzepte ausprobieren, die sich sonst nur für wenige Vorlagen eignen.
Und damit wären wir schon beim zweiten Hauptschuldigen – dem Schachtelkonzept der »Wand hinter der Wand«. Nun ist es leider so, dass sich auch dieses Konzept prinzipiell bis in die Unendlichkeit weiterspinnen lässt, was dem Vorhaben, das Projekt klein und einfach zu halten, nicht unbedingt entgegen kommt. Und da besagtes kleines Teufelchen auf der Schulter sich zeitweise als recht dickschädelig erweist und Wände im Allgemeinen eher größer als klein sind ...

 

Wie gesagt, ich hätte es eigentlich besser wissen müssen.

 

Damit auf zum WIP: